Braille lesen dank eines „berührbaren“ Hologramms
Von Mario Vincenzo La Rocca
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Ein Ultraschallsystem verwandelt das Braille-Alphabet in Reize für die Hände von Blinden und macht es möglich, den Text zu lesen, ohne eine Oberfläche direkt zu berühren
Braille ist ein taktiles Lese- und Schreibsystem in Reliefform für Blinde und Sehbehinderte. Es wird häufig an öffentlichen Orten als fester Text oder mit Geräten eingesetzt, die die Oberfläche an den wiederzugebenden Text anpassen. Das System hat mehrere Einschränkungen, darunter die begrenzte Menge an zugänglichen Informationen. Außerdem werden die Oberflächen von vielen Menschen berührt, was ein Hygieneproblem mit sich bringt, heute mehr denn je.
Gedenktafel für Louis Braille, den Erfinder der Braille-Schrift, angebracht in Paris in der Rue des Écoles 2.
Eine innovative Lösung kommt aus der Forschung an der Universität Bayreuth in Deutschland. Die auf arXiv veröffentlichte Studie stellt HaptiRead vor, ein Ultraschallgerät für Braille. Das System besteht aus 256 Ultraschallwandlern, die Frequenzen von bis zu 200 MHz aussenden, genug, um mit dem Tastsinn wahrgenommen zu werden. Befindet sich die blinde Nutzerin oder der blinde Nutzer etwa 70 cm vom HaptiRead entfernt, erhält sie oder er einen Reiz auf der Handfläche, der die verschiedenen Zeichen des Braille-Alphabets darstellt.
Das System verfügt über einen Sensor, der hilft, die Hand im richtigen Abstand zu positionieren, und funktioniert, ohne dass die Oberfläche berührt werden muss. Die ersten Tests wurden mit 30 Personen durchgeführt, darunter Sehbehinderte und Blinde. Die Ergebnisse zeigen eine Genauigkeit von 94 % bei Sehbehinderten und 88 % bei Blinden. Die Technologie steht erst am Anfang, doch die Forscher sind zuversichtlich, dass HaptiRead eine revolutionäre Technologie sein kann, die dazu beiträgt, das Leben blinder Menschen zu verbessern.



