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Neue Wege im Kampf gegen das Glioblastom: Umprogrammierte Zellen gegen Hirntumoren

Von Letizia Giugliano
2 Min. Lesezeit

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Neue Wege im Kampf gegen das Glioblastom: Umprogrammierte Zellen gegen Hirntumoren

Das Glioblastoma multiforme (GBM) ist eine der aggressivsten Formen von Hirnkrebs, berüchtigt für seine Resistenz gegen herkömmliche Behandlungen und seine hohe Rückfallquote. Neuere Entwicklungen in der Forschung eröffnen jedoch neue Wege zur Behandlung dieser verheerenden Krankheit durch innovative Zell- und Gentherapien.

CAR-T-Therapie: Ein revolutionärer Ansatz

Ein Team australischer Wissenschaftler am Queensland Institute of Medical Research unter der Leitung von Professor Rajiv Khanna hat eine hochmoderne Immuntherapie auf Basis von CAR-T-Zellen entwickelt. Diese Behandlung nutzt gentechnisch veränderte Immunzellen, die nach einer Operation verbliebene Krebszellen im Gehirn erkennen und zerstören können. Die Therapie soll unmittelbar nach der Tumorentfernung verabreicht werden, mit dem Ziel, Rückfälle zu verhindern, ein häufiges Problem bei Patienten mit Glioblastom.

Das Neuartige an diesem Ansatz liegt in der Fähigkeit, CAR-T-Zellen gezielt so zu programmieren, dass sie Krebszellen angreifen und gesunde verschonen. Das erhöht nicht nur die Wirksamkeit der Behandlung, sondern verringert auch die Nebenwirkungen, die typischerweise mit traditionellen Therapien wie Chemotherapie und Strahlentherapie verbunden sind. Derzeit befindet sich die Behandlung in der Phase klinischer Studien, doch die ersten Ergebnisse sind vielversprechend und könnten zu einer neuen Waffe im Kampf gegen das Glioblastom führen.

Italienischer Beitrag: Gentherapie gegen SOX2

In Italien erforscht unterdessen am IRCCS Ospedale San Raffaele und am Institute of Neurosciences des CNR ein weiteres Forschungsteam einen anderen, aber ebenso vielversprechenden Ansatz. Unter der Koordination von Vania Broccoli und Alessandro Sessa haben die Forscher eine Gentherapie entwickelt, die auf ein zentrales Onkogen abzielt, SOX2, das für Wachstum und Vermehrung der Krebszellen beim Glioblastom verantwortlich ist.

Die Therapie nutzt einen „epigenetischen Silencer“ namens SES (SOX2 Epigenetic Silencer), der die Aktivität von SOX2 hemmt und das genetische Netzwerk blockiert, das die Bösartigkeit des Tumors aufrechterhält. In präklinischen Tests zeigte diese Strategie eine hohe Wirksamkeit bei der Verringerung des Tumorwachstums und der Verhinderung von Rückfällen, ohne die gesunden Zellen des Gehirns, etwa Neuronen, zu schädigen.

Auf dem Weg in eine Zukunft ohne Rückfälle

Beide Innovationen bedeuten einen Durchbruch in der Glioblastomforschung. Während die CAR-T-Therapie eine wirkungsvolle Waffe gegen Resttumorzellen nach der Operation bietet, verspricht die gezielte Gentherapie gegen SOX2, die genetischen Wurzeln des Tumors anzugehen. Sollten sich diese Technologien in späteren klinischen Studien als wirksam erweisen, könnten sie die Therapielandschaft für Glioblastom-Patienten grundlegend verändern und den Weg zu gezielteren und weniger invasiven Behandlungen öffnen.

In nicht allzu ferner Zukunft könnten diese Therapien fester Bestandteil des Standardprotokolls zur Behandlung des Glioblastoms werden, die Chancen der Patienten auf eine langfristige Remission erhöhen und ihre Lebensqualität deutlich verbessern.

Fazit

Die in Australien und Italien durchgeführte Forschung steht für eine greifbare Hoffnung im Kampf gegen eine der tödlichsten und am schwersten zu behandelnden Krebsarten. Die Kombination aus Immuntherapie und Gentherapie könnte einen Wendepunkt in der Versorgung bei Glioblastom markieren und Patienten, die von dieser Krankheit betroffen sind, neue Perspektiven eröffnen.

Autor: L. Giugliano