Die Zukunft berühren: FlexiVols Durchbruch bei interaktiven 3D-Displays
Von Evgeny Novikov
4 Min. Lesezeit
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Seit Jahrzehnten lockt uns die Science-Fiction mit der Aussicht auf berührbare holografische Projektionen. Auch wenn wir das Niveau von „Star Wars“ noch nicht erreicht haben, bringt uns eine revolutionäre Innovation von Forschern des UpnaLab der Universidad Pública de Navarra dieser Vision deutlich näher. Ihre neue Technologie FlexiVol verspricht, die Art und Weise zu verändern, wie wir mit 3D-Bildern interagieren, indem sie die direkte taktile Manipulation ermöglicht. Das ist nicht nur ein kleiner Schritt nach vorn, sondern ein grundlegender Wandel in der Gestaltung volumetrischer Displays.
Die Herausforderung herkömmlicher volumetrischer Displays
Herkömmliche Displays erzeugen 3D-Bilder im Raum, ohne dass Visiere oder Brillen nötig wären. Sie hatten jedoch schon immer eine grundlegende Einschränkung: Man kann sie nicht berühren. In der Regel verwenden sie starre Diffusoren – feste Oberflächen, auf die die 3D-Bilder projiziert werden. Stellen Sie sich eine schöne 3D-Skulptur vor, die in der Luft schwebt und die Sie nicht mit den Fingern erkunden können. Dieser Mangel an Interaktivität behindert die Immersion und schränkt das Potenzial der Technologie in Anwendungen ein, in denen physische Manipulation wichtig ist.
Die innovative Lösung von FlexiVol: der elastische Diffusor
Das Kernmerkmal der FlexiVol-Lösung besteht darin, den herkömmlichen starren Diffusor durch einen elastischen zu ersetzen. Stellen Sie sich einen dynamischen, flexiblen Bildschirm vor, der aus einem Gitter dehnbarer Materialien besteht. Diese scheinbar einfache Änderung eröffnet eine Welt von Möglichkeiten. Nutzer können nun in das Betrachtungsvolumen hineingreifen und direkt mit 3D-Bildern interagieren. Stellen Sie sich einen Chirurgen vor, der einen heiklen Eingriff an einem virtuellen Organ übt, das er tatsächlich „fühlen“ kann, oder einen Künstler, der eine digitale Kreation mit den eigenen Händen modelliert.
Wie funktioniert das?
FlexiVol kombiniert auf raffinierte Weise mehrere Technologien:
- Dynamische Projektion: Wie andere volumetrische Displays projiziert FlexiVol sich schnell ändernde 2D-Schnittbilder auf den Diffusor, um die Illusion eines 3D-Objekts zu erzeugen.
- Elastische Verformung: Der Schlüssel ist der elastische Diffusor. Berührt ihn ein Nutzer, verformt er sich und liefert so ein gewisses Maß an taktilem Feedback (Tastsinn).
- Kompensation in Echtzeit: Das System enthält ausgefeilte Algorithmen, die die Verformung des elastischen Diffusors verfolgen und daraus resultierende Bildverzerrungen ausgleichen. So bleibt das 3D-Bild auch dann präzise und stabil, wenn der Nutzer mit ihm interagiert.

upnalab.com/project/flexivol-reach-through-volumetric-display
Warum es wichtig ist
FlexiVol ist ein bedeutender Fortschritt, weil es die Lücke zwischen visueller und taktiler Wahrnehmung schließt. Das hat tiefgreifende Folgen für verschiedene Bereiche:
- Medizinische Visualisierung: Chirurgen könnten bei Operationsplanung und -training eine beispiellose Präzision erreichen.
- Wissenschaftliche Modellierung: Forscher könnten komplexe Molekülstrukturen oder Wettermuster auf wirklich intuitive Weise manipulieren.
- Stabile Interaktion: Das System bleibt auch dann stabil, wenn der Nutzer mit ihm interagiert.
- Interaktive Kunst und Unterhaltung: Stellen Sie sich immersive Spielerlebnisse oder gemeinschaftliche digitale Skulpturen vor, bei denen Berührung ein fester Bestandteil der Interaktion ist.
- Bildung und Training: Lernende könnten historische Artefakte oder anatomische Modelle auf eine bisher unmögliche Weise erkunden.

Herausforderungen und künftige Entwicklungen
FlexiVol befindet sich natürlich noch im Prototypenstadium. Die Forscher dürften die Technologie weiter verfeinern und Herausforderungen angehen wie:
- Haptische Wiedergabetreue: – Verbesserung von Realismus und Detailgenauigkeit des haptischen Feedbacks;
- Haltbarkeit und Skalierbarkeit: Sicherstellen, dass der elastische Diffusor robust ist und zu angemessenen Kosten hergestellt werden kann.
- Bildauflösung und Helligkeit: weitere Optimierung der visuellen Qualität der 3D-Bilder.
Fazit: Die Zukunft greifbarer Displays steht unmittelbar bevor.
FlexiVol wird auf der Konferenz CHI ’25 in Yokohama, Japan, vom 26. April bis 1. Mai 2025 vorgestellt. Diese innovative Technologie eröffnet neue Perspektiven für die Interaktion mit volumetrischen Displays. Indem sie die Grenzen herkömmlicher Systeme überwindet, hat sie das Potenzial, mehrere Branchen zu revolutionieren, indem sie intuitivere und immersivere Nutzererlebnisse bietet. Bis zur vollständigen kommerziellen Verfügbarkeit dauert es zwar noch einige Zeit, doch diese Forschung ist ein bedeutender Meilenstein auf dem Weg zu wirklich interaktiven und immersiven 3D-Displays. Sie gewährt einen überzeugenden Blick in eine Zukunft, in der die Grenzen zwischen digitaler und physischer Welt immer mehr verschwimmen und in der der Tastsinn eine zentrale Rolle dabei spielt, wie wir Informationen wahrnehmen. Behalten Sie dieses Thema im Auge: Die Zukunft der Visualisierungstechnologie wird greifbar.
FlexiVol im 15-Minuten-Video: https://www.youtube.com/watch?v=trQWfmH2OO4
Studie: https://hal.science/hal-04981007v1
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